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Beim KEY2LIFE Konzert bei der Landesgartenschau in Rietberg am 10. Mai wird ein ganz besonderes Kreuz zur Kindersoldaten-Aktion vorgestellt.
Afrika ist einerseits ein Kontinent mit viel Leid, aber auf der anderen Seite ist er auch Lehrmeister für unseren materiellen Kontinent...
Aiglsbach, Dienstag, 24. Juni 2007, 23:17 Uhr. Der Wind treibt die schweren Wolken mir rasender Geschwindigkeit über den tiefschwarzen Himmel. Eine besonders heftige Böe bringt das über die Jahre morsch gewordene Holz des Hügelkreuzes zu fall. Der Korpus, über Jahrzehnte hinweg Ziel vieler Prozessionen und Kreuzwege, zerbricht in viel Stücke.
Morsches Holz und Altmetall. Restaurieren ist aufgrund des großen Schadens und der besonderen Legierung nicht möglich. Ein Jesus zum Entsorgen? Kann man einen Jesus einfach wegschmeißen? OK, viele Menschen schmeißen ihn weg, im übertragenen Sinne, aber die müssen dazu auch nicht die zerbrochenen Körperhälften in die Hand nehmen. Aber so... Da kommt man ins Grübeln.
Manchmal muss wirklich erst was kaputt gehen, bevor man sich darüber Gedanken macht. Dann würde man gern wieder alles ungeschehen machen, zurück auf Null. Oder wegwerfen und vergessen?
Wegwerfen ist Trend, entsorgen, im Wertstoffhof, oder wo immer sich eine geeignete Deponie findet. Egal was, sobald es seinen Nutzen verliert, wird es entsorgt, und etwas Neues besorgt. Jogurtbecher, Flaschen, Fernseher, kaputte Beziehungen, alte Menschen und ungewollte Kinder. Für alles finden sich Deponien, aber wo deponiert man einen zerbrochen Jesus?
Fazit: Restaurieren, geht nicht, entsorgen, auch nicht. Also bleibt nur noch REPARIEREN.
Reparieren ist ein ganz eigener Vorgang und Reparieren umfasst viele Aspekte.
Die Fähigkeit, Dinge zu reparieren, ist in der Wegwerfgesellschaft bei uns weitgehend verloren gegangen und vergessen.
Anders in vielen Ländern Afrikas. Dort gibt es wahre Meister im Reparieren. McGyver sieht da im Vergleich wie ein Schulbub aus.
Alles, aber wirklich alles, wird wieder und wieder verwendet.
OK, sicher mutet das eine oder andere für unser verwöhntes Auge oft sehr exotisch an, aber letztendlich verfeinert der Vorgang den Gegenstand zum Kunstobjekt des Wiedererstandenen.
Reparieren auf Afrikanisch ist, reparieren mit dem, was da ist. Keine langen Bestelllisten beim Ersatzteileversand, nur das, was sowieso schon rum liegt. Ein altes Stück Draht, eine Blechdose, viel Geschicklichkeit und ein praktischer Typus angewandter Kreativität. Und... viel, viel Zeit.
Reparieren auf Afrikanisch ist auch keine Ein-Mann-Show. Jeder der umstehenden Menschen, Nachbarn, Freunde und Verwandte bringt sich mit ein. Direkt und indirekt. Mit Rat und einer helfenden Hand, aber auch mit allem, was irgendwo noch zu finden ist.
Und so war´s dann auch in Aiglsbach. Ein paar Jugendliche halfen mit, den Korpus zu reparieren. Und obwohl nur sechs Menschen direkt daran gearbeitet haben, war trotzdem irgendwie der halbe Ort daran beteiligt. Von jemandem kamen die Nieten, von einem anderen ein Hammer und, und, und... bis alle notwenigen Dinge zusammen waren.
Und so wurde aus dem zerbrochenen Gekreuzigten von Aiglsbach, ein reparierter Auferstandener. Und, ein Reminder für uns, auch wieder Meister im Reparieren auf Afrikanisch zu werden.
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